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Kanton
13.01.2022

Steuererklärung neu ganz elektronisch einreichen

Bild: zVg
Ab sofort kann man die Steuererklärung im Kanton St.Gallen vollständig elektronisch einreichen. Um diese Neuerung bekannt zu machen, hat das Steueramt den St.Galler Künstler Renato Kaiser engagiert. Er zeigt in Kurzvideos auf, wie einfach die elektronische Einreichung der Steuererklärung ist.

Auf den 1. Januar 2022 hat der Kanton St.Gallen die gesetzliche Grundlage geschaffen, mit der die vollständig elektronische und damit medienbruchfreie Einreichung von Steuererklärungen möglich wird. Wer die Steuererklärung ganz elektronisch einreicht, muss die Quittung nicht mehr ausdrucken, unterzeichnen und per Post an das Steueramt senden.

Die Beilagen wie beispielsweise der Lohnausweis oder die Bescheinigung von Säule 3a-Beiträgen könne man direkt in die Steuererklärung hochladen oder über das Handy mit einer App fotografieren. Dieser Digitalisierungsschritt erleichtere die Arbeit der Steuerpflichtigen als auch jene der Steuerbehörden, wie der Kanton in einer Mitteilung bekannt gibt.

Renato Kaiser und Chat für Steuerfragen

Das Steueramt macht diese Neuerungen mit dem St.Galler Künstler Renato Kaiser, Träger des Salzburger Stiers, bekannt. Kaiser setzt sich in Kurzvideos unterhaltsam und mit einer Prise Humor mit dem Thema Steuern auseinander und zeigt auf, wie einfach die elektronische Einreichung der Steuererklärung ist.

Wer Fragen zum Ausfüllen der Steuererklärung habe, könne sich in einem Online-Chat mit den Steuerfachleuten des Kantons und der Gemeinden austauschen. Diese Dienstleistungsform haben der Kanton und die Gemeinden vor zwei Jahren als Pilot für Jugendliche und junge Erwachsene mit grossem Erfolg eingeführt. Ab Montag, 17. Januar, werde der Online-Chat zu Steuerfragen und zu Fragen der vollständig elektronischen Steuererklärung deshalb für alle Kunden ermöglicht.

Von 8 Uhr bis 21 Uhr stehen Fachleute der Gemeinden und des Kantons zur Verfügung, die Fragen zum Ausfüllen der Steuererklärung beantworten. Mit dem Live Chat orientiere sich das Steueramt noch konsequenter an den Bedürfnissen und an den zeitlichen Verfügbarkeiten der Kunden, heisst es weiter. Der Chat sei für herkömmliche Steuerfragen gedacht und nicht für komplexe Steuerfragen oder Steuerberatungen.

Vereinfachtes Erlassverfahren für Unternehmen nur wenig benutzt

Im vereinfachten Erlassverfahren könne der Kanton Unternehmen (juristische Personen und Selbständigerwerbende) auf Gesuch hin die Kantons- und Gemeindesteuern 2019 im Umfang von 40 Prozent oder höchstens 10'000 Franken erlassen. Dieses Instrument habe die Regierung wegen der Corona-Pandemie zur Unterstützung der Unternehmen eingeführt.

Insgesamt seien bis Ende 2021 293 Gesuche eingetroffen, wovon 283 erledigt wurden. Bewilligt seien Erlassgesuche im Umfang von 408'389 Franken worden, was im Verhältnis zum Total der bewilligten und nicht bewilligten Gesuche von 534'822 Franken einer Quote von 76 Prozent entspreche. Da die Steuerperiode 2019 grösstenteils veranlagt sei, sei dieser Prozess weitgehend abgeschlossen.

Anzahl Verfahren beim automatischen Informationsaustausch rückläufig

Laut Kanton sei der Zweck des automatischen Informationsaustausches (AIA), die Steuertransparenz zu erhöhen und damit die grenzüberschreitende Steuerhinterziehung zu vermeiden. Insgesamt seien im Kanton St.Gallen seit Einführung des automatischen Informationsaustausches hinterzogene Vermögen von rund 85 Millionen Franken offengelegt worden.

Im Jahr 2021 seien 86'027 Meldungen eingegangen (Jahr 2020: 111'562 Meldungen). Gegenüber dem Jahr 2020 habe sich die Anzahl eingeleiteter Nachsteuerverfahren im Jahr 2021 von 230 auf 124 Fälle reduziert.

Einpendeln der straflosen Selbstanzeigen auf tiefem Niveau

Im vergangenen Jahr haben Personen im Kanton St.Gallen 93 Millionen Franken Schwarzgeld offengelegt (2020: 91 Millionen Franken). Seit Einführung der straflosen Selbstanzeige sei es das zweitschwächste Resultat. Der Grossteil an offengelegtem Schwarzgeld stamme aus der Schweiz. Bemerkenswert sei, dass mittlerweile im zwölften Jahr seit der Einführung sich die Anzahl der Selbstanzeigen von 217 (Jahr 2020) auf 282 (Jahr 2021) um 30 Prozent erhöht habe, heisst es abschliessend.

pez/pd